Über Utena Gewässer
Die Fläche aller Seen im Bezirk Utena insgesamt mit den Seen an der Grenze der Bezirke beträgt ca. 46 km². Die Bestände sind hochkonzentriert, weil beispielsweise 23 % der Gesamtfläche der Seen nur auf Alaušas entfallen, während der Anteil von sechs Seen mit mehr als 100 Hektar (Aisetas, Alaušas, Indrajai, Tauragnas, Utenas und Vidinkstas) sogar 58 % der Gesamtfläche der Seen beträgt. Sogar etwa 145 Seen betragen die Fläche von einem Hektar oder mehr, und es gibt 62 Seen größer als 10 Hektar. Diese Veröffentlichung beschreibt mit geringfügigen Ausnahmen Seen, die größer als 5 ha sind, insgesamt 101. Die Länge der Uferlinien aller Seen beträgt etwa 340 km, und die Wassermenge, die sich in den Seen angesammelt hat, erreicht fast 0,4 km3. Diese und die oben genannten statistischen Kennziffern sind eigentlich etwas erhöht, weil die Seen, die ich an der Grenze der Verwaltungsbezirke befinden, nur dem Bezirk Utena zugeschrieben sind.
Die höchste Seenkonzentration (ca. 36% der Gesamtkonzentration) liegt in den absoluten Höhen von 140 bis 160 m, während das Gelände weiter ansteigt und, umgekehrt, absteigt, nimmt die Konzentration ab (in der Höhe von 160 bis 180 m – 22%, 120 bis 140 m – 19%, 100 bis 120 m – 12%, etc.); zwei Drittel der Seen übersteigen 140 m (BS). Die Flächen von Seen und ihren Fütterungsbecken sind den hydrographischen Untersuchungen des Šventoji Beckens und Südostlitauens gemäß gekennzeichnet (Jablonskis und Gaigalis 1973; Gaigalis und Jablonskis 1976), während andere morphometrische Kennziffern auf dem Kadaster der litauischen Seen (1964) basieren. Die Werte der Seenflächen wurden auf volle Hektar (einige bis zu 0,5 ha) gerundet. Die Bedeutung der Namen wird gemäß dem “Etymologischen Wörterbuch der litauischen Hydronyme” (Vanagas, 1981) erklärt.
In der Nähe der Seen wurden Eiskammern ausgegraben. Die Eiskammer ist ein eiskalter Lagerraum für verderbliche Lebensmittel, Eislagerung.
Eine große Eiskammer hat einen Eisraum und mehrere Speisekammern, die am häufigsten in der Mitte der Eiskammer zu finden sind. Das Gesamtvolumen des angesammelten Eises ist in der Regel 3-4 mal höher als das Gesamtvolumen der Kammern, so dass während des Eisschmelzens die Temperatur während des ganzen Jahres beibehalten wird. Eis wird mit den Öffnungen für die Luftzirkulation (Lüftung) gestapelt, die Öffnungen dienen auch zum Ablaufen vom gebildeten Wasser. Das Schmelzwasser sammelt sich in den Wassersammlern, von hier aus wird es von Wasserpumpen abgelassen oder gepumpt. Das Eis wird im Winter zubereitet (geschnitten, gebrochen) und gestapelt.
In Litauen, in den Häusern reicher Stadtbewohner und in manchen Landgütern eingerichtete Eiskammern als separate Gebäude für die Lagerung von Lebensmitteln wurden in historischen Quellen (in den Inventarverzeichnissen von Landgütern und anderswo) bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts erwähnt. Sie waren wahrscheinlich auch früher gebaut worden. Im 19. Jahrhundert wurden die Eiskammern in vielen Herrenhäusern, Klöstern, meist aus Steinen oder Ziegelsteinen, manchmal aus Holz einstöckig, manchmal zweistöckig, mit einem Keller gebaut.
Der Keller aus dickem Mauerwerk, manchmal aus doppelter Holzeinfassung wurde in den Erdboden hinuntergelassen, die Decke wurde gut mit Schäben, Moos, Tannenzweigen isoliert. Manchmal wurden Eiskammern in den Kellern von Wohnhäusern, unter den Scheunen und anderen Gebäuden eingerichtet. Viele Eiskammergebäude in den Gütern und Klöstern sind bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts erhalten geblieben. Die Eiskammern der Bauern wurden in Form von Haufen oder in für diesen Zweck an schattigen Stellen ausgegrabenen Gruben gebaut: ihr Boden wurde mit dürrem Reis, Stroh oder mit gerissenen Böden, mit Rillen zum Ablassen vom Wasser aus schmelzendem Eis belegt. Die Eiskammern wurden mit Brettern, Stroh, Tannenzweigen, Torf, Rasen bedeckt.
Die südöstliche Ecke des Bezirks Utena wird von zwei großen Flüssen durchquert – die Šventoji und die Žeimena. Sie schlängeln sich ungefähr vom Südwesten nach Nordosten durch Kuktiškės, Raudoniškis, Ryliškiai, Klykiai, Sirvydžiai und Antilgė. Die Šventoji und ihre Nebenflüsse entwässern etwa drei Viertel des Bezirks Utena, und der Rest des Gebiets ernährt die Oberläufe des Flussgebiets Žeimena. Die durchschnittliche Dichte des Flussnetzes beträgt etwa 0,8 km/ km², d. h. die Gesamtlänge der Flüsse und Bäche, die in ein Band miteinander verbunden sind, würde 1000 km erreichen. Pro Jahr werden durchschnittlich 0,3 km³ Wasser in Bäche eingeleitet – dies wird vom Boden des Bezirks Utena „produziert“. Eine weitere solche Wassermenge am nördlichen Rand des Bezirks bringt der Fluss Šventoji von auswärts – aus den Bezirken Zarasai und Rokiškis.
Im Altertum wurde Holz auf den Flüssen und Seen treibend befördert. Flößerei und Trift (meistens Flößfahrt, Flößerei) bedeuten Transport von schwimmenden Baumstämmen auf dem Gewässer. Es ist die billigste und manchmal die einzige Möglichkeit, Holz von den Fällstellen zu den Verarbeitungsstätten zu transportieren. In vielen Waldgebieten gibt es keine Straßen und Eisenbahnen, die Entfernungen sind groß, so ist es am bequemsten, das Holz flussabwärts auf wässrigen Flüssen zu betreiben.
Es gab drei Hauptwege von Flößereien: 1. Lose Flößerei, die Trift, wird am häufigsten während der Frühlingsflut getrieben. Es wird getriftet dort, wo kein anderes Wasserfahrzeug fährt. Die Holzstämme werden ohne Verbindung transportiert. Zum Kontrolieren von Baumstämmen werden im Flussbett spezielle Barrieren angelegt. Die Holzstämmenüberlastungen werden von den folgenden Flößern gestört. Auf diese Weise sinkt aber der Teil der Baumstämme, außerdem ist das Flussbett vollständig gefüllt. 2. Gebundene Flößerei – das Holz wird in Gruppen gebunden, die die Flöße bilden (Volumen bis zu 27 Tausend m³). Sie werden von Motorschiffen gezogen, darum ist diese Methode nur auf den schiffbaren Flüssen möglich. An den Dämmen werden spezielle Kanäle zum Senken von Flößen gebaut. 3. Beim Flößen mit Netz werden die Holzstämme nicht zusammengebunden. Das Holz transportieren Motorschiffe, und die Holzstämme werden mit speziellen Netzen abgedeckt. Solche Art der Flößerei wird auf den Seen angewendet.
Für Nordostlitauen, insbesondere für die Region Utena, sind (waren) Wassermühlen charakteristisch, die meistens im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Fluss Šventoji und seinen Nebenflüssen erbaut wurden. Mühle ist ein allgemeiner Begriff, vom Wort mahlen, Getreide zu Mehl verarbeiten, und im Wesentlichen ist das eine mehrfunktionale Einrichtung, die den Haushaltsbedürfnissen der Menschen (hauptsächlich Landwirte) diente und noch heute dient an einigen Orten.
Es ist eine Art von Unternehmen, die von den begabten Einheimischen eingerichtet und ständig vervollkommnet wurden. Die Mühlen mahlten Getreide zu Mehl von verschiedener Feinheit und zu unterschiedlichem Verwendungszweck, mit speziellen Einrichtungen stellten Graupen her, schnitten Holz, kämmten Wolle, walkten Loden, lieferten lokale elektrische Beleuchtung. Mit Wasser- und Windmühlen sind viele Sagen, Legenden, Geschichten, fantastische und reale Abenteuer, literarische und künstlerische Werke verbunden. Heute muss man sich fragen, wie die einheimischen Meister so erfinderisch (ohne die Hilfe von qualifizierten Ingenieuren) solche komplexe Geräte mit ihren eigenen Händen herstellen konnten. Es ist ein ererbtes Talent, das von den Vertretern des Müllersberufs und –handwerks von Generation zu Generation weitergegeben wird. Heutzutage können wir über die frühere Mühlenepoche sprechen. Die Mühlen, dieses ursprüngliche kulturelle Erbe unserer Nation, wurden an einigen Orten von den Besatzungsmächten absichtlich zerstört und an anderen Orten kamen sie in tragischen Unruhezeiten herunter. Die zerstörten Mühlen hinterließen ihre Spuren, aber nur hier und da wurden sie in Form eines Museums restauriert.
Quellenverzeichnis:
Wikipedia
Enzyklopädie vom Land Utena
Das Buch „Der Ring der Wassermühlen im Gebiet der nordöstlichen Aukštaitija“
Das Buch „Die Gemeindeverwaltungen Litauens. Užpaliai.“
Texte von Gintautas Zabiela
Das Projektmaterial vom Tauchen-Club Utena
Das Buch „Vyžuonos. Land und Leute.“
Das Buch „Güter und Burge Litauens“ (2015)
„Die Burghügel Litauens. Der Atlas“. Vilnius, 2005
https://www.lietuvos.dvarai.lt
Das Buch von Leonora Buičenkienė „Die Sagen vom Land Utena“
